· Allgemein

Die wunderbare Welt der 8 Prozent

Ich beschäftige mich ja schon länger mit der Börse als Hobby. Begonnen hat das irgendwann mit Überlegungen zur Rendite von 8 Prozent.

8 Prozent Rendite.

Das klingt erstmal nicht besonders spektakulär.

Bei 1.000 Euro wären das 80 Euro.

Kein Betrag, bei dem man sofort anfängt, Freudensprünge zu vollführen.

Interessanter wird es, wenn man anfängt, damit weiterzurechnen.

Aus 1.000 werden 1.080 Euro.

Dann 1.166,40 Euro.

Dann irgendwann mehr.

Und spätestens an dieser Stelle beginnt der Taschenrechner, gefährlich sympathisch zu wirken.

Die Sache mit dem Zinseszins

Natürlich ist das alles nichts Neues.

Wer Geld investiert und Erträge wieder anlegt, profitiert vom Zinseszinseffekt.

Bei 8 Prozent pro Jahr verdoppelt sich Geld ungefähr alle zehn Jahre (etwas schneller für die ganz Genauen).

Das ist mathematisch ziemlich beeindruckend.

An der Börse gibt es jedoch leider den Nachteil, dass sie sich nicht an solche hübschen, linearen Tabellen hält.

8 Prozent kommen nicht jedes Jahr.

Manchmal sind es deutlich mehr.

Manchmal weniger.

Manchmal möchte man den Taschenrechner am liebsten wieder zuklappen.

Trotzdem gefällt mir die Zahl.

Nicht als Versprechen.

Eher als Gedankenmodell.

Natürlich kann man das auch mit 13 rechnen, aber ich will ja nicht gierig erscheinen.

Excel ist eines meiner Lieblingsprogramme

Irgendwann wurde aus der Idee natürlich eine Excel-Liste.

Und weil ich offenbar ziemlich optimistisch war, bekam sie direkt Platz für 200 Trades.

200.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal bewiesen, dass ich zehn vernünftige Trades hintereinander hinbekomme.

Aber die Tabelle war da.

Irgendwann wurde sie dann so breit, dass ich anfangen musste, die Spalten zusammenzuschieben.

Dabei hatte ich in meiner ganzen aktiven Zeit noch nicht einmal annähernd 200 Trades gemacht.

Diese naive Denke motiviert mich bis heute.

Worum es eigentlich geht

Mich reizt nicht die Idee, ständig irgendeine Aktie zu kaufen und möglichst schnell wieder zu verkaufen.

Und ich habe auch nicht vor, aus meinem gesamten Depot ein Tradingkonto zu machen.

Der größere Teil bleibt langfristig investiert.

Das Börsenexperiment bekommt einen klar begrenzten Rahmen.

Kann ich mit kleinen, bewusst ausgewählten Chancen zusätzliche Rendite erzielen, ohne das Fundament meines Depots zu gefährden?

Mehr nicht.

Und genau deshalb möchte ich das Ganze dokumentieren.

Nicht erst dann, wenn es funktioniert hat.

Sondern vorher.

1.000 Euro zum Start

Die Grundidee ist simpel.

Ein begrenzter Betrag.

Eine konkrete Investmentidee.

Ein klarer Grund für den Einstieg.

Und irgendwann auch ein Grund für den Ausstieg.

Die 8 Prozent sind dabei keine Vorgabe, die die Börse gefälligst zu erfüllen hat.

Sie sind eher eine Messlatte.

Ein Ziel, an dem ich prüfen kann, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt.

Wenn daraus einmal 5 Prozent werden, ist das nicht automatisch schlecht.

Wenn daraus minus 8 Prozent werden, gehört das genauso in die Tabelle.

Und wenn gar nichts passiert, darf auch Cash gewinnen.

Der gefährliche Teil beginnt im Kopf

Das Problem mit solchen Rechnungen ist schnell erklärt.

Der Taschenrechner zeigt einem sehr bereitwillig, was theoretisch möglich wäre.

Aus 1.000 Euro werden bei genügend Wiederholungen irgendwann erstaunlich große Zahlen.

Nur blendet Excel ein paar Dinge aus.

Fehler.

Steuern.

Gebühren.

Schlechte Einstiege.

Zu frühe Verkäufe.

Zu späte Verkäufe.

Und diese ganz besondere Börsendisziplin, die darin besteht, einfach einmal nichts zu tun.

Deshalb soll das Experiment nicht beweisen, dass 8 Prozent immer funktionieren.

Es soll zeigen, ob ich in der Lage bin, Chancen halbwegs systematisch zu bewerten.

Die Regeln kommen als Nächstes

Bevor ich den ersten echten Versuch starte, brauche ich deshalb Regeln.

Wie viel Kapital darf gleichzeitig im Experiment stecken?

Wie groß darf eine einzelne Position sein?

Wann kaufe ich?

Wann steige ich aus?

Und wann lasse ich es einfach bleiben?

Das wird der nächste Schritt.

Die Tabelle dafür gibt es jedenfalls schon.

Excel sagt jedenfalls, dass es möglich wäre. Mal schauen, was die Börse sagt...

Carl

← Zum Blog