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5.000 Euro, klare Regeln

Im letzten Beitrag habe ich über die wunderbare Welt der 8 Prozent geschrieben.

Excel sagt jedenfalls, dass es möglich wäre.

Was die Börse dazu sagt, muss sich erst noch zeigen.

Bevor ich allerdings anfange, meine Tabelle mit den vorgesehenen 200 Trades zu füllen, wäre es vielleicht ganz hilfreich festzulegen, nach welchen Regeln ich das eigentlich tun möchte.

Denn eine Excel-Liste ist noch kein System.

Auch wenn sie ziemlich professionell aussieht.

5.000 Euro sind der Rahmen

Für mein Börsenexperiment habe ich mir langfristig bis zu 5.000 Euro vorgenommen.

Das bedeutet nicht, dass ich jetzt 5.000 Euro auf einen Schlag investieren muss.

Und schon gar nicht, dass ständig das komplette Geld an der Börse arbeiten soll.

Im Moment ist der Experimenttopf noch deutlich kleiner.

Für den ersten echten Abschnitt stehen ungefähr 1.200 Euro zur Verfügung.

Das reicht vollkommen.

Ich muss schließlich erst einmal herausfinden, ob meine Idee außerhalb von Excel überhaupt funktioniert.

Rund 1.150 Euro pro Versuch

Für einen einzelnen Trade plane ich derzeit ungefähr 1.150 Euro ein.

Damit ist das Experiment überschaubar genug, dass eine falsche Entscheidung nicht gleich den ganzen Plan beschädigt.

Gleichzeitig ist der Betrag groß genug, dass das Ergebnis nicht nur theoretisch interessant ist.

Es geht also um echtes Geld.

Nicht um ein Musterdepot.

Das macht die Sache ein wenig unangenehmer.

Und vermutlich auch lehrreicher.

Nicht der Einsatz entscheidet über das Risiko

1.150 Euro Einsatz bedeuten nicht, dass ich 1.150 Euro riskieren möchte.

Mein geplantes Risiko pro Trade liegt bei 3,5 Prozent des jeweils verfügbaren Experimentkapitals.

Aktuell sind das grob 40 Euro.

Das ist die Zahl, die mich mehr interessiert als der reine Kaufbetrag.

Vor einem Einstieg möchte ich deshalb wissen:

Wo liegt mein Einstieg?

Wo wäre meine Idee falsch?

Wie groß ist der mögliche Verlust bis dorthin?

Und was könnte realistisch auf der anderen Seite herauskommen?

Mindestens zwei zu eins

Für neue Trades möchte ich ein Netto-Chance-Risiko-Verhältnis von mindestens 2 zu 1 sehen.

Einfach gesagt:

Wenn ich bereit bin, ungefähr 40 Euro zu verlieren, sollte die mögliche Chance nach Kosten mindestens ungefähr doppelt so groß sein.

Natürlich kennt die Aktie meine Rechnung nicht.

Sie kann vorher drehen.

Sie kann über das Ziel hinausschießen.

Und sie kann morgens dort eröffnen, wo ich sie eigentlich überhaupt nicht haben wollte.

Deshalb ist auch diese Regel keine Garantie.

Sie soll mich nur davon abhalten, 40 Euro zu riskieren, um vielleicht 18 Euro zu verdienen.

Dafür ist mir meine Excel-Tabelle dann doch zu schade.

Drei bis acht Handelstage

Ich möchte hier nicht zum Daytrader werden.

Und ich möchte auch keine Aktie kaufen, bei der ich mir anschließend einrede, sie sei jetzt eben eine langfristige Anlage, nur weil der Trade nicht funktioniert hat.

Die geplante Haltedauer liegt deshalb meist bei ungefähr drei bis acht Handelstagen.

Kurz genug, damit eine konkrete Idee oder Kursbewegung eine Rolle spielt.

Lang genug, damit ich nicht jede Viertelstunde auf einen Chart schauen muss.

Das ist zumindest der Plan.

Keine Stop-Order über Nacht

Einen Punkt habe ich für mich ebenfalls festgelegt:

Ich möchte derzeit keine automatischen Stop-Orders über Nacht im Markt liegen lassen.

Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass es keinen Stopp gibt.

Die Risikomarke steht vorher fest.

Ich muss sie nur selbst beachten.

Das hat einen Nachteil: Wenn eine Aktie mit einer großen Kurslücke eröffnet, kann der tatsächliche Verlust größer werden als geplant.

Auch das gehört zur Wahrheit des Experiments.

Die Risikomarke nachträglich immer weiter nach unten zu verschieben, weil mir der Kurs nicht gefällt, wäre allerdings keine Regel.

Das wäre Hoffnung.

Ich brauche einen Grund

Vor jedem Kauf möchte ich aufschreiben, warum ich die Aktie überhaupt kaufen will.

Nicht:

„Der Chart sieht irgendwie gut aus.“

Sondern möglichst konkret.

Gab es Zahlen?

Eine neue Prognose?

Einen ungewöhnlichen Rücksetzer?

Relative Stärke?

Einen klaren technischen Bereich, an dem meine Idee überprüfbar wird?

Und ganz wichtig:

Hat sich am Unternehmen selbst etwas verändert, das meine ursprüngliche Idee bereits widerlegt?

Ich suche einen Grund, mein trockenes Pulver herzugeben.

Nicht einen Grund, unbedingt irgendetwas zu kaufen.

Cash darf gewinnen

Das ist vermutlich eine der Regeln, die ich mir am häufigsten in Erinnerung rufen muss.

Ich muss keinen Trade machen.

Wenn ich nichts finde, bleibt das Geld liegen.

Cash ist kein verlorener Trade.

Manchmal ist es schlicht die vernünftigste Position.

Das klingt sehr einleuchtend.

Mal sehen, ob ich mich auch daran halte, wenn seit drei Tagen nichts passiert ist und meine Excel-Tabelle mich mit 199 leeren Zeilen anschaut.

Alles wird aufgeschrieben

Jeder echte Trade bekommt einen Eintrag.

Einstieg.

Einsatz.

Risiko.

Ziel.

Gebühren.

Ausstieg.

Gewinn oder Verlust.

Und später auch die Frage:

War die ursprüngliche Entscheidung eigentlich gut?

Ein Trade kann Geld verdienen und trotzdem schlecht gewesen sein.

Und ein sauber geplanter Trade kann Geld verlieren.

Das möchte ich auseinanderhalten.

Denn wenn ich am Ende nur die Gewinner zeige, kann ich mir die 200 Zeilen auch gleich sparen.

Was passiert mit den Gewinnen?

Zunächst bleiben Gewinne und Verluste im Experimenttopf.

So kann ich wenigstens nachvollziehen, ob das Experiment als Ganzes wächst oder schrumpft.

Wenn daraus irgendwann wirklich mehr wird, kann ich immer noch entscheiden, einen Teil zurück ins langfristige Depot zu geben.

Das wäre schließlich die eigentliche Idee:

Das Experiment darf beschleunigen.

Das Fundament soll es nicht ersetzen.

Und jetzt?

Damit stehen die ersten Regeln.

Bis zu 5.000 Euro Rahmen.

Aktuell ungefähr 1.200 Euro echtes Experimentkapital.

Rund 1.150 Euro je Trade.

3,5 Prozent geplantes Risiko.

Mindestens 2 zu 1 Chance zu Risiko.

Meist drei bis acht Handelstage.

Kein Kaufzwang.

Und alles wird dokumentiert.

Klingt schon wieder erstaunlich ordentlich.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch etwas Unwesentliches:

eine Aktie.

Die kommt als Nächstes auf den Tisch.

Mit echtem Geld.

Und einer Idee, die später entweder funktioniert.

Oder eben nicht.

Carl

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